In dieser Vitrine werden Arbeitsmaterialien zu den Filmen Katharina die Große, Aimée & Jaguar und Homo Faber präsentiert.
Der TV-Zweiteiler Katharina die Große behandelt den Aufstieg der jungen preußischen Prinzessin Sophie zur russischen Zarin Katharina die Große. Die Rolle der Katharina brachte der damals noch unbekannten Catherine Zeta-Jones den Durchbruch. In den Nebenrollen: Jeanne Moreau und Omar Sharif. Die opulenten Rokoko-Kostüme wurden in Berlin, Rom und Wien angefertigt. Gedreht wurde u.a. im Studio Babelsberg. Eine Auswahl von Barbara Baums Arbeitsmaterialien zu diesem Film liegt im linken Drittel dieser Vitrine. Am linken Rand, mehrere Fotos: Eines zeigt ein Kleid Katharinas mit einem weit ausgestellten hellen Rock mit Blumenmuster über einem Reifrock, einem sogenannten Pannier. Dazu: ein apricotfarbener kurzer Manteau mit Stecker. Die Ärmel weiten sich unterhalb des Ellenbogens und schließen mit einem weißen Spitzenvolant ab. Fotos darunter zeigen eine Spitzenkorsage auf einer antiken Schneiderpuppe sowie Detailaufnahmen des grün durchwirkten Stoffs mit floralem Muster. Rechts neben diesen Fotos liegen zwei handbeschriebene DIN A4-Blätter, eines ist die Kostümliste für Elisabeth, gespielt von Jeanne Moreau, das andere eine Aufstellung für benötigtes Arbeitsmaterial während der Dreharbeiten, darunter: zwei Bügelbretter, zwei Bügeleisen, ein Wäschetrockner und 14 Kleiderständer. Das Zentrum dieses Vitrinenteils bilden Stoffproben für die Kostüme von Elisabeth und Katharina, für Elisabeth sind die Stoffe groß gemustert und in Ocker- Braun- und Schwarztönen gehalten, für Katharina meist durchscheinend in Grau, Hellgelb und Hellbraun. Unter den Proben befindet sich eine des Brautkleides aus Silberlamé-Brokat. Am unteren Rand: Seiten aus dem Arbeitsdrehbuch mit Polaroids der Kostüme für Elisabeth und Katharina.
Rechts daneben: drei Fotos von Catherine Zeta-Jones bei der Anprobe eines apricotfarbenen, glänzenden Rokokokleides. Auf einem trägt sie: Korsett, Unterkleid und Reifrock. Zwei weitere Fotos zeigen ein apricotfarbenes Schnürkorsett, einmal ausgebreitet, ein anderes Mal auf einer antiken Schneiderpuppe mit weißem seitlich ausgestellten Reifrock.
Barbara Baum über Katharina die Gr0ße und die Arbeit mit Catherine Zeta-Jones
Der mittlere Vitrinenteil ist den Arbeiten zu Aimée & Jaguar gewidmet. Der Film basiert auf der wahren Liebesgeschichte zweier Frauen im Deutschland der NS-Zeit: Der Jüdin Felice („Jaguar“, gespielt von Maria Schrader) und Lilly, („Aimée“ gespielt von Juliane Köhler), die Ehefrau eines NS-Offiziers. Die Dreharbeiten fanden von April bis Juni 1997 in Deutschland und Polen statt. Im Wettbewerb der Berlinale 1999 wurde der Film uraufgeführt. Beide Hauptdarstellerinnen erhielten einen „Silbernen Bären“.
Links oben: Zwei Seiten eines Kostümauszugs für die Figur der Lilly auf DIN A4-Bögen, teilweise mit kurzen handschriftlichen Notizen. Daneben zwei Fotos, die Juliane Köhler und Maria Schrader bei den Dreharbeiten zeigen. Weiter unten: ein Blatt mit einem Entwurf für Lillys Kleid aus Viskose-Crêpe. Es zeigt links die Vorder-, rechts die Rückansicht des Kleides. Neben und unter der Rückansicht die handschriftlichen Notizen: „Weite hinten entweder drei Bahnen oder eine leichte Glocke!“. „Lilly. Viskose-Crêpe aus London, rosa-beige. Vorne muss ein gemusterter Stoff eingesetzt werden“.
In der rechten Hälfte: Sechs Stoffproben zu Kostümen für Lilly. Zwei beigefarbene Materialmuster für eine Hose, zwei braun-graue Farbmuster für Polohemden sowie je ein Stück ungefärbter und blauer Originalstoff. Daneben ein kleiner Streifen weißer Chiffon mit einem Spiralmuster. Unterhalb der Proben zeigen vier Fotos die Darstellerinnen am Filmset und bei der Anprobe: Köhler – im Kleid aus Viskose Crêpe, im hellen Trenchcoat und im braunen Hosenanzug aus Tweed mit cremefarbiger Bluse. Das Foto rechts unten zeigt Maria Schrader im schwarzen, bodenlangen Abendkleid aus Seidensamt mit einem Oberteil aus schwarzer Chantilly-Spitze. In der rechten Hand hält die Darstellerin eine Zigarette, in der linken ein Glas Sekt. Unter das Foto ist eine Stoffprobe des schwarzen Seidensamts geschoben.
Im rechten Drittel der Vitrine: Arbeitsmaterialien zu Homo Faber, die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Max Frisch. In den Hauptrollen spielen Sam Shepard, Julie Delpy und Barbara Sukowa. Die Anzüge für Sam Shepard fertigte Armani an, die Kostüme für Sukowa und Delpy wurden in der Theaterkunst Berlin hergestellt. Die Entwürfe schickte Barbara Baum, wie so oft, per Fax an das Kostümhaus, mit Anmerkungen und Fragen zur Umsetzung.
Den oberen Teil dominiert rechts ein aufgeschlagener schwarzer Ordner. Er enthält das Arbeitsdrehbuch mit vier eingeklebten Polaroid Fotos und detaillierten handschriftlichen Notizen zur Garderobe von Sam Shepard als Walter Faber, Barbara Sukowa als Hanna und August Zirner als Joachim. Links zwei Polaroids von Sam Shepard. Auf dem oberen steht er in einer Wüstenlandschaft. Er trägt ein weißes Trägerunterhemd mit Schweißrändern im Brustbereich, eine graue Stoffhose mit braunen Hosenträgern und staubige Schuhe. Auf seinem Kopf: ein grauer Hut mit Krempe. Links vom Ordner liegt eine DIN A4-Seite mit dem Entwurf des beigen Plisseekleides aus Honanseide für Barbara Sukowa. Das Foto darunter zeigt die Darstellerin bei der Anprobe. Rechts unterhalb des Fotos liegt ein liniertes Blatt Papier, auf das untereinander sechs Stoffproben für das beige Plisseekleid und das blaue Tanzkleid geheftet sind. Auf der unteren, rechten Ecke: ein Polaroid von Julie Delpy, bei der Anprobe des Tanzkleides. Rechts neben den Stoffproben ist Baums Entwurf für das Tanzkleid platziert. Handschriftlich hat sie darauf notiert: „Rollfalten im Rock, schöne Glocke“. Den Abschluss dieses Vitrinenteils bildet rechts unten ein Fax von Barbara Baum aus London an Christa Hedderich von der Theaterkunst München: „Die ,Schwergeburt‘, das ,Dance-Kleid‘ mit Jäckchen! Vielleicht sollte man das Kleid noch nicht so tief ausschneiden bei der Anprobe. Ich denke, man muss das Miederteil beim Rock ca. 15-20 Zentimeter in den Rock auf Organza arbeiten – gleich in die Naht einarbeiten? Was meint ihr netten Mädels? Gruß und Kuss von.“ Das Fax ist unterzeichnet mit der Skizze eines Frauenkopfes mit welligem Haar: zwei große wache Augen und ein lachender Mund – an der Seite: ein sternförmiger Ohrhänger. Das Bildchen ähnelt einer Baumkrone mit Gesicht. Rechts und links davon setzte Barbara Baum ihre Initialen.

























